Kleiner aber feiner OL-Nachwuchslehrgang in Schwerte

Am ersten Septemberwochende fand der inzwischen schon zur Tradition gewordene Nachwuchslehrgang im Zentrum von Westfalen statt. Im Naturfreundehaus in Schwerte begrüßte das Trainerteam um Landesjugendfachwart Sebastian Schmetzke nach einigen Absagen neun junge Läufer, um mit den jungen Talenten an ihren technischen Fähigkeiten zu arbeiten.

Nach der Ankunft starteten die Läufer im Alter von 8 bis 14 Jahren nach der Kennenlernenrunde mit einem Pylonen-OL auf der benachbarten Wiese zum Warm werden. Bei diesem Trockentraining ging es darum die Karte bei den vielen Richtungswechseln immer wieder einzunorden und die Abläufe im Wettkampf zu schulen. Als interessanter Nebeneffekt entwickelte sich dabei der Wettkampf „Wer schlägt den Arvid“ der als Trainer ebenfalls die 10 kurzen Bahnen absolvierte.

Als erste Einheit im benachbarten Wald galt es dann einen Foto-OL zu absolvieren, bei dem es vor allem darauf ankam in der Feinorientierung das Gelände mit der Karte in Einklang zu bringen. Dabei waren einige überrascht, wie schwierig sich eine solche Einheit sein kann.

Als teambildende Maßnahme absolvierten die Läufer nach dem Mittagessen eine Schleppstaffel. Da bei dieser Einheit die Läufer selber die Kontrollposten für ihren Staffelpartner setzen mussten, lag der Focus erneut auf der Feinorientierung. Aber natürlich wollte man sich auch nicht lumpen lassen und hinter den anderen Staffeln ins Ziel kommen.

Damit die Trainer dann ruhig schlafen konnten sollten bei der letzten Einheit des Tages noch mal alle Kräfte bei einer Theorieeinheit aufgebraucht werden. Auf der benachbarten Wiese lag der Focus dabei auf der Kompassarbeit. Um im Wettkampf Richtungsfehler beim Ablaufen vom Kontrollposten zu vermeiden sollte in der Regel mit dem Kompass die Ablaufrichtung kontrolliert werden. Auf Strecken mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden mussten sogar manche Trainer einige Bahnen erneut ablaufen, um diese Fehlerfrei absolvieren.

Beim Pizzaessen am Abend stellten dann einzelne Läufer noch ihre Startroutine vor, um anderen Inspiration für ihre eigene Routine zu geben, bzw überhaupt das Konzept bekannt zu machen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Gewohnte Abläufe verringern die Nervosität vor dem Start und helfen dabei den besonders wichtigen ersten Posten sicher anzulaufen. Erstaunlich war wie unterschiedliche die Abläufe sind und wie ausgefeilt diese Abläufe in der letzten Stunde vor einem Wettkampf bei einigen schon in jungen Jahren sind. Der Abend klang dann mit Gruppenspielen und einem OL-Brettspiel aus.

Mit neuen Kräften ging es dann am Sonntag früh zur letzten Einheit. Die von den Trainern gleich stark aufgestellten Staffeln starteten mit vollem Elan in den Wald. Durch unterschiedliche Streckenlängen für verschieden starke Läufer kam es zunächst zu größeren Verschiebungen als die ersten und zweiten Läufer wechselten. Am Ende zeigte sich aber, dass die Trainer die Läufer richtig eingeschätzt hatten und es kam am Ende zum Showdown zwischen zwei Läufern der spannender nicht hätte sein können. Da der Zieleinlauf vom letzten Posten bis ins Ziel relativ lang war und die letzten 300m vom Ziel gut einzusehen war bot sich den wartenden Staffelkollegen ein spannendes Spektakel. Dabei ging die Führung zwischen den Läufern mehrfach hin und her, bevor sich der jüngere am Ende durchsetzen konnte. Allerdings hatte er auch eine kürzere Strecke in den Beinen.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen stand noch der ungeliebte Hausputz an, der aber durch viele Hände ein schnelles Ende fand. In der Abschlussbesprechung konnten die Trainer ein positives Fazit ziehen und alle zufrieden nach Hause fahren. Die jetzt vertieften und gelernten Fähigkeiten sollten den jungen Läufern zu besseren Laufzeiten bei den noch austehenden Wettkämpfen im Herbst führen.

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