JJLVK 2021 in Brandenburg

Lieber Kader, liebe Mitlesende,

Wir haben gezittert und gebangt, am Ende hat sich das Daumen drücken gelohnt: der diesjährige JJLVK fand statt! Ausrichter Brandenburg hat sich für ein kleines Waldgebiet in der Gemeinde Michendorf in der Nähe von Potsdam entschieden. Wenige Höhenmeter, freier Untergrund und viele Posten auf engem Raum. Es galt also vor allem sich bei hohem Lauftempo durch den großen Gegnerkontakt nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Und das vor weg: wir Trainerinnen und Trainer haben uns richtig gefreut, wie toll unsere Athletinnen und Athleten das gemeistert haben!

das Wettkampfgelände: offener, schneller Wald

Am Freitag, den 17.09., ging es für uns alle schon sehr früh auf die Reise, da Brandenburg doch ein Stückchen weiter weg liegt, vor allem für die Rheinländer. Trotz langer Fahrt, vollen Straßen und stockendem Verkehr kamen wir alle gut in Werder an. Hier wurden vom KiEZ Inselparadies Petzow e.V. für alle Landesverbände Mehrbettzimmer und Verpflegung für das Wochenende zur Verfügung gestellt. Nach dem Zimmer beziehen und einer kurzen Begrüßung gings für den Westfalenkader auf eine kleine abendliche Laufrunde mit Düse und Till. Währenddessen gab es bei der Trainerbesprechung nochmal letzte Infos über Ablauf und Gelände des Wettkampfgebietes, die für die Athletinnen und Athleten wichtig sein könnten. Eine Besonderheit dieses Jahr war z.B. der Vielloup für die Altersklassen D/H 16-20 aufgrund des im Vergleich zu anderen Jahren sehr kleinen Wettkampfgebietes. Nach dem alle Fragen und Unsicherheiten geklärt waren, ging es für uns alle auch schon direkt ins Bett, um am kommenden Tag fit für den Einzellauf zu sein.

WKZ

Der Samstag brach an mit einer erwartungsvoll gespannten, aber auch gut gelaunten Stimmung. Nach dem Frühstück herrschte das übliche Gewusel, aber wir konnten pünktlich die 30-minütige Fahrt nach Michendorf antreten. Am WKZ angekommen haben sich alle Aktiven unter dem großen Westfalenbanner versammelt, um der Tradition folgend mit lauten Schlachtrufen über die Zielwiese einzulaufen, damit alle (auch die H-16er aus dem Süden) mitbekommen, dass Westfalen auch dieses Jahr wieder mit vollem Einsatz dabei sein wird. Neben guten Ergebnissen ist schließlich auch ein Ziel möglichst heiser nach Hause zu fahren. Denn nur wer brüllt, gewinnt. Erfreulicher Weise konnten wir bis auf die D14 jede Klasse gut besetzen, sodass wir zuversichtlich in den Wettkampf gestartet sind. Nullzeit war um 10.00 Uhr. Der erste Westfale startete 10.14 Uhr. Natalie und Till haben unsere Athletinnen und Athleten am Start betreut, Arvid und Düse pendelten zw. WKZ und Start, um vor allem die jüngeren Athletinnen und Athleten zu begleiten, und Inga und Basti blieben auf der Zielwiese und haben mit den übrigen Athletinnen und Athleten das Team fleißig angefeuert. Die meisten hatten gute Läufe, Kaatje und Emma belegten in ihren Kategorien D20 und D18 sogar jeweils die 2. Plätze! Um 13.30 Uhr ging es dann weiter mit dem Betreuerlauf und gegen 15 Uhr dann wieder zurück zur Unterkunft. Frisch geduscht und mit vollen Bäuchen freuten sich alle auf die Siegerehrung der Einzelläufe. Natürlich wurde hier zu Beginn das diesjährige Motto „Olympia“ von unseren Westfalenhelden präsentiert: mit Skiern, Fechtdegen, Taucherbrillen, Golfschlägern und lautem „GEBT MIR EIN W…“ haben die Aktiven die ganze Bandbreite des Sports gezeigt, die wir OLer bei einem langen Wettkampfwochenende gerne mal vergessen. Als dann der Zwischenstand für die Gesamtplatzierung der Landesverbände bekannt gegeben wurde, stieg die Spannung spürbar an. Konnten wir eine ähnlich gute Leistung wie 2019 aufrechterhalten? Aber sowas von! Denn in der Jugendwertung landeten wir auf Platz 5 und in der Juniorenwertung auf Platz 10, sodass wir am Ende des 1. Tages in der Gesamtwertung auf einem soliden 7. Platz landeten. Das wurde natürlich gefeiert! Auch unter Coronabedingungen konnte eine JLVK-Party stattfinden und wir hatten den Eindruck, dass auf der Tanzfläche die Stimmung erst richtig aufkam als unsere Westfalen dazukamen und den anderen Landesverbänden gezeigt haben, wie man richtig feiert. Auch so ein Talent, was neben dem richtigen Anfeuern von Generation zu Generation weitergereicht wird. Für unsere D/H12 und Jünger ging es dann schon um 10Uhr ins Bett, aber auch der Rest folgte bald, denn am nächsten Morgen hieß es: 5.30Uhr Frühstück! Vielleicht eine der härtesten Sachen beim JLVK: Frühstückszeiten.

Sonntag Morgen war das Aufstehen wie zu erwarten sehr schwer. Nach dem Frühstück mussten alle Sachen wieder zusammengepackt und in den Autos verstaut werden und erstaunlicher Weise waren wir dann so ziemlich der erste Landesverband auf der Zielwiese. Das ist uns auch noch nie passiert! Vielleicht ein gutes Omen für den Staffelwettbewerb. Wir sind zwar nicht der größte Landesverband, aber wir konnten jede Kategorie mit einer Staffel besetzen. Doch zunächst war um 8.30Uhr Massenstart für den Score-OL der Betreuerinnen und Betreuer. Unsere time to shine und wie immer ausgerüstet mit ein paar schicken Accessoires des Kader-Mottos. Das Schwert nutze Till um sich einen schnellen Weg durchs Gebüsch zu schlagen und Arvids „Zielsprint“ auf dem Skateboard geht sicherlich als schnellster in die Geschichte ein. Um 9.30Uhr war Massenstart für die Kategorien D/H 16-20, und um 9.45Uhr folgten dann die Startläuferinnen und Startläufer der Kategorien D/H12-14. Für uns ging es gut los: Unsere Start-Läuferinnen und Start-Läufer haben so gut wie keine Fehler gemacht und konnten so den großen Favoriten aus Bayern, Niedersachsen und Sachsen dicht auf den Fersen bleiben. Als dann Hugo als zweiter Läufer auf seiner H-14 Bahn als 4er ins Ziel kam, wurde es richtig bunt, denn auch unsere D-12- und H-18-Staffeln hatten Chancen auf die Treppchen-Platzierungen! Für uns Trainerinnen und Trainer nimmt dann die Aufregung so langsam die Überhand, denn wie schön ist es, wenn eure Trainings mit guten Platzierungen belohnt werden? Alle Westfalen wurde lautstark angefeuert, und für Erik wurde sogar ein ganz persönlicher Schlachtruf angestimmt (auch wenn er auf seinen Lauf fokussiert war, musste er auf der Sichtstrecke bei „Eerik Lindemann-Lindemann-Eerik“ ein wenig schmunzeln und es wird jetzt hier im Text die Melodie und Betonung nicht so klar, aber das ist ein richtiger Ohrwurm-Hit). Weitere Schlagertitel nehmen wir für die Zukunft gerne auf. Als Sönke und Alva als dritte Läufer auf ihren Strecken H-14 und D-12 jeweils als 3- Platzierte ins Ziel kamen, war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Die letzte Entscheidung stand in der H-18 an, auf der unser dritter Läufer Arvid als 2.Platzierter ins Rennen ging. Tatsächlich lag er auf der Sichtstrecke knapp 20 Sekunden vor dem bis dahin führenden Sachsen. Die Anspannung auf der Zielwiese konnte man förmlich spüren. Wir wollten unbedingt diesen Sieg! Alle standen also am Flatterband und haben versucht Arvid als erstes aus dem Wald kommen zu sehen. Als er dann als erstes den letzten Posten stempelte war kein Halten mehr und wir haben uns riesig über den 1. Platz in der H-18 gefreut! Aber nicht nur diese drei Staffeln hatten einen guten Lauf; all unsere Athletinnen und Athleten haben gekämpft und wir sind richtig stolz auf euch!

Jetzt stand nur noch ein Punkt auf der Tagesordnung: die Staffel-Siegerehrung und die Gesamt-Wertung. Da all unsere Läufer an diesem Tag starke Läufe hatten, belegten wir in der Jugend-Staffel-Wertung einen sensationellen 3. Platz! Unsere Junioren erreichten den 10. Platz, sodass wir es am Ende tatsächlich wieder auf einen tollen 5. Platz in der Gesamtwertung geschafft haben.

An dieser Stelle nochmal herzlichen Glückwunsch an alle Aktiven, und Danke dass ihr alle so kräftig angefeuert und mitgefiebert habt. Wir Trainerinnen und Trainer hatten unglaublich viel Spaß und hoffen, dass es euch ganz genauso ergangen ist. Wie immer ging der JJLVK viel zu schnell vorbei und es blieb uns nur die lange Rückfahrt. Aber wir freuen uns schon wieder auf den JJLVK 2022 und natürlich auf den kommenden Herbstlehrgang vom 3.-5.12.21.

Westfalen – Hauptsache Rot-Weiß!

euer Trainerteam

Kein JJLVK 2020, aber trotzdem eine Menge los

Die geraden Jahre sind die besonders guten Jahre für den D-Kader Westfalen, denn fast alle westfälischen Leistungsträger sind in geraden Jahren geboren und somit in geraden Jahren stets die potentiell erfolgreicheren, weil erfahreneren in ihren Altersklassen. 2020 hätte vielleicht einen weiteren Achtungserfolg gebracht. Kaatje Fanitini D20, Arvid Wittiber H16 hatten sich für das Nationalteam qualifiziert, Emma Caspari, Arvids Bruder Ole, Anton Knoll, Annkathrin Knoll, Lisa Harms sind auch immer für Topleistungen gut. Sönke Wiebelitz, Malte Lindemann, Phillin Hamich, Oksana Guskova, Benno von Wrede, Lola Caspari, Delania und Tamino Hölzer und all die anderen Hoffnungsträger Westfalens hätten vielleicht mal richtig einen „rausgehauen“ und gezeigt, dass die Top 3 Landesverbände in Deutschland sich langsam in Acht nehmen müssen, denn wenn unsere 2004er-Läuferinnen erstmal bei den Junioren sind, dann wird’s beim Juniorenpokal eng für Niedersachsen, Bayern und vielleicht sogar für Sachsen. Aber ein Achtungserfolg konnte aus bekannten Gründen 2020 nicht erzielt werden.

Das Jahr hatte gut begonnen. Ende Februar direkt nach Karneval trafen wir uns zum D-Kader-Lehrgang in Dortmund Hohensyburg. Übernachtet hatten wir in der Burg Husen, einem Pfadfinderheim. Wir waren so viele, dass wir ein paar der Älteren in einem Hotel unterbringen mussten. Trainiert, gelernt, gegessen, gefeiert haben wir trotzdem alle zusammen in der Burg, dicht an dicht, mit Spielen und OL-Theater-Stücken, bei denen die Teilnehmer teilweise regelrecht aufeinander lagen. Große Nähe zu sehr vielen Menschen war für uns noch völlig normal. Corona spielte im improvisierten Theaterstück sogar schon eine Rolle. Wir machten Witze darüber, ohne zu ahnen, was da auf uns zukommt. Interessanterweise waren in den Supermärkten die Nudeln schon knapp, denn um für 36 Leute genügend Nudeln zu bekommen, mussten wir die Restbestände aus fünf verschiedenen Supermärkten zusammenhamstern. Toilettenpapier gab es mehr als ausreichend, da hatten wir uns beim Einkauf gehörig verschätzt und viel zu viel gekauft. Im Nachhinein mache ich mir Sorgen, ob wir etwa durch unsere überdimensionalen Nudel- und Klopapierkäufe die bundesweit folgenden Hamsterkäufe entscheidend mitbefeuert haben.

Theorie auf engstem Raum

Trainiert wurde in Hohensyburg auf der Karte Schweitzer Wäldchen überarbeitet von Dieter Kleist, in Hagen auf der Karte Fleyer Wald an der Fernuni auch von Dieter Kleist überarbeitet und in Wetter Wengern auf der Karte Elbschebach von Peter Depta. Mal ging es mehr um Technik, mal mehr um Tempo und mal sollte es einfach nur Spaß machen. Die Truppe war gut drauf und ich habe immer noch übrige Nudeln vom Winterlehrgang bei mir zu Hause in der D-Kaderkiste.

Ohne Abstand? Kein Problem am 28. Februar

Knapp zwei Wochen später am Freitag den 13.März wurde der erste Lockdown verkündet, Schule zu, Vereine zu, Spielplätze zu, kurzum alles zu, was Spaß macht. Naja, es musste nun Mal sein.

Irgendwann im Laufe des Frühjahrs wurde klar, man darf sich wieder treffen, wenn auch unter Auflagen, aber man darf. Das Trainerteam beschloss, sich ein Hygienekonzept zu geben und so gut es geht, den Frühsommerlehrgang stattfinden zu lassen. Wir entschieden uns für einen zweigeteilten Lehrgang ohne Übernachtung, Samstag 20. Juni in Siegen und Sonntag 21. Juni in Oerlinghausen. An jedem der Tage gab es zwei Trainings, Technik am Vormittag und Tempo am Nachmittag. Das Wetter war fantastisch, die Abstände zwischen den Teilnehmern waren groß. Mit dem Hygienekonzept war ich unsicher, denn ich wollte keinem unnötige Auflagen machen und womöglich den Spaß verderben, aber auch jedem ein coronasorgenfreies Training ermöglichen. Am Ende gelang es, Spaß und Sicherheit zu vereinen. Die Ansprachen vorher und die Besprechungen hinterher vielen kürzer aus als sonst. Man desinfizierte nicht so oft, wie geplant, hielt aber Abstand, brüllte nicht „WESTFALEN – HAUPTSACHE ROT WEISS!“ und war trotzdem froh, sich wiederzusehen, und wieder OL zu machen.


Postenhatz mit Postennestern in Oerlinghausen (Je nach Altersklasse musste man pro Nest nur einen, zwei oder drei Posten stempeln)

Kurz danach wurde der für Herbst geplante JJLVK doch noch endgültig abgesagt. Wir hatten es erwartet, trotzdem waren wir enttäuscht, zumal sich die Coronazahlen günstig entwickelt hatten. Dass die Entscheidung trotzdem richtig war, da die Zahlen im Herbst ungeahnte Negativrekorde erreichten, ahnten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Die D/H20iger aus diesem Jahr sollen übrigens noch ein Jahr im D-Kader verbleiben und sowohl beim nationalen JJLVK als auch bei der ausgefallenen EYOC international nochmal in ihrer Altersklasse von diesem Jahr starten dürfen.

Wenn es schon keinen JJLVK gibt, dann müssen wir doch etwas anderes veranstalten, eine Alternative finden, am besten mit Übernachtung, dachten wir uns. Die Idee eines Jugendwettkampfes wurde geboren. Termin sollte der 12./13.September sein, eine Woche vor den Sichtungsläufen für die Nationalmannschaften in Regensburg. Nach Rücksprache mit der Abteilung Leistungssport vom WTB wurde dann natürlich mit Hygienekonzept munter geplant. Zuerst wollten wir dazu auch Hessen, Rheinhessen und Niedersachsen einladen. Das war uns aber nicht geheuer, zumal wir auch übernachten wollten. Genau das wurde in der Planung zum Problem bereits für die kleine Gruppe der Westfalen, keiner wollte uns haben, überall war es zu eng, um 35 oder mehr Leute mit genügend Abstand aufzunehmen. Als uns 14 Tage vor Beginn auch noch die letzte feste Unterkunft endgültig absagte, fand sich trotzdem eine fantastische Lösung. Die OL-Familie Hollmann-Schmidt ließ uns in Steinhagen bei Bielefeld auf ihrer Wiese zelten. Mehr noch, wir bekamen dort ein WKZ aufgebaut, was eines 24-h-OLs würdig gewesen wäre. Es gab Außenduschen, ein 100-Personen-Essenszelt, einen Toilettenwagen mit fließendem Wasser, Strom und jede Menge Platz zum Abstandhalten. Beim Hygienekonzept haben wir uns an die Vorgaben des WTB und die des Hotel und Gaststättenverbandes gehalten, haben brav desinfiziert, feste Zelt- und Tischgruppen gebildet, die nur aus zwei Haushalten bestanden und natürlich wurden ordnungsgemäß alle Kontaktdaten gesammelt.


Munteres Rein und Raus auf der Sparrenburg

Die Wettkämpfe bestanden aus einem Einzellauf, einer Sprintstaffel am Samstag und einer Waldstaffel am Sonntag. Bei den Staffeln wurde selbstverständlich berührungslos gewechselt. An den Wettkämpfen nahmen 25 Westfalen und Westfälinnen teil. Eingeteilt wurde in drei Kategorien: Anfänger, kurz-leicht und lang-schwer. Am Abend gab’s nach der gelieferten Pizza ein großes Lagerfeuer, um das man sich mit Abstand setzte und vergaß, dass dieses Jahr doch eigentlich alles anders ist. Sonntagmittag gab es endlich mal wieder eine Siegehrung. Am Schluss wurde gemeinsam das 100-Personenzelt abgebaut und hygienisch korrekt mit dem Rücken zueinander „WESTFALEN – HAUPTSACHE ROT WEISS!“ gebrüllt.


Hygienisches Westfalenbrüllen

Aber ein Lehrgang stand ja noch an. Beflügelt vom lockeren Sommer und mit dem Gefühl, es könne nur aufwärts gehen, planten wir unseren Herbstlehrgang 2020 für den 13. – 15. November in Lübbecke. Wenn das gelänge, hätten wir genauso viele Veranstaltungen für die Jugend in Westfalen durchgeführt, wie in einem normalen Jahr. Aber da hatten wir die Rechnung ohne Corona gemacht. Der Bottroper LRL in Duisburg und der Sprint-LRL in Hamm durften unter Auflagen noch stattfinden, doch ab dem 2.11. war wieder alles geschlossen und verboten, was mit vielen Menschen, aber nicht mit Arbeiten oder Einkaufen zu tun hat. Wir wissen, dass wir uns einschränken, damit möglichst viele Menschen gesund bleiben und machen das beste daraus. Außerdem haben wir mittlerweile alle gelernt, dass Videokonferenzen kein Hexenwerk sind. Warum den Herbstlehrgang also nicht digital durchführen? Gesagt getan: Geplant wurde der Lehrgang natürlich auch per Videokonferenz via jit.si einer einfachen kostenlosen Videochatplattform.

Das Lehrgangsprogramm sah wie folgt aus: Samstag und Sonntag 16 – 18 Uhr sollten sich alle Teilnehmer freihalten und dann pünktlich in Sportsachen die Kamera anschalten. Begonnen wurde mit Gymnastik und Stabitraining. Dann gab es Samstag eine Online-Theorieeinheit mit Geländeformenmemory von der Schweizer Schul-OL-Seite scool.ch. Als Nächstes kam ein amüsantes Quiz und zum Schluss noch ein virtuelles OL-Rennen auf einer ausgewählten Strecke von http://3drerun.worldofo.com/2d/runningwild.php, dort muss man die beste Route in eine Bahn einzeichnen, während man von einem Pac-Man gejagt wurde. Die Routenwahlen wurden wie nach einem realen Lauf akribisch und mit Erkenntnisgewinn für alle ausgewertet.


Rechts ist 20 m kürzer – Das kann man auch unter Zeitdruck sehen (http://3drerun.worldofo.com/2d/runningwild.php TrickySprint)

Sonntag war das Programm ähnlich, nur die Theorieeinheit bestand dieses Mal aus Motivationsvorträgen der beiden Kaderathleten Kaatje D20 und Arvid H16, die 2020 nach hartem Training den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft hatten. Im Anschluss daran blieben noch einige Kaderathleten online und spielten Werwölfe, das Spiel, welches bei realen Kaderlehrgängen schon mal bis 4 Uhr morgens gespielt wird.

Die beiden Neuwestfalen Alva und August-Friedrich Reindl 10 und 8 Jahre alt nahmen auch am Lehrgang teil. Selbst wenn die Aufgaben nicht immer leicht waren, hat es ihnen sehr viel Spaß gemacht. So ging es vielen der ca. 20 Teilnehmer. Die Motivation wurde auf jeden Fall gesteigert und um es mit den Worten von unserem dienstältesten D-Kadertrainer Christian Gieseler zu sagen: Es wurde der Kitt angerührt, der die Westfalen auch in Zukunft zusammenhalten soll. Ich hoffe, der Zusammenhalt bleibt. Weitere Veranstaltungen sind schon geplant: Alle zwei Wochen sonntags treffen wir uns wieder zur Videokonferenz mit Stabitraining und Onlinequiz. Aktuell gibt es einen Adventskalender mit einer anderen digitalen OL-Aktivität jeden Tag bis Weihnachten. Für den 16. – 18. April ist der nächste reale D-Kaderlehrgang in Witten geplant. Drückt die Daumen, dass er stattfinden kann!

Basti Schmetzke (Landesjugendfachwart)

Erster Online-Lehrgang des westfälischen D-Kaders

Routenwahlbesprechung per ‚Running wild maps‘

Hallo liebe Lesende,

Wir, das Trainerteam des D-Kaders, möchten die Kader-Seite etwas aufleben lassen und darum werden wir ab heute regelmäßig Berichte über unsere Lehrgangswochenenden und andere Kader-Aktivitäten veröffentlichen. So gibt es immer eine kleine Zusammenfassung für alle Eltern, vergessliche Teilnehmer und sonstige OL-Interessierte!

Wir beginnen also mit dem traditionellen Herbstlehrgang am letzten Wochenende, der aufgrund des Corona-bedingten Lockdowns zum allerersten Mal in der Geschichte des D-Kaders online über das Programm „Jitsi“ stattfand. Samstag und Sonntag immer zw. 16 und 18 Uhr haben wir per Video-Chat ganz verschiedene Aktivitäten gemacht. 

An jeweils beiden Tagen haben wir ein kleines Home-Workout zusammen durchgeführt, bei denen Jannis und Christoph uns diverse Kräftigungs- und Dehnübungen mit auf den Weg gegeben haben. Quasi das perfekte Programm für ein kleines Training vor dem Fernseher. Aber nicht nur Sporteinheiten stehen bei einem D-Kader Lehrgang auf dem Programm, sondern immer auch technikbezogene Themen. Dieses Mal hat uns Felix 2 verschiedene Bahnen für das Programm „running wild maps“ rausgesucht, eine Sprintkarte und eine neuseeländische Waldkarte. In Wettkampfatmosphäre, also unter Zeitdruck, ging es darum möglichst schnell geeigneten Routenwahlen per Mausklick zu markieren und ‚abzulaufen‘. Anschließend ist Felix auf besonders kniffelige und interessante Postenverbindungen eingegangen und hat dabei klassische Strategien für die Routenwahl erläutert. Zum Beispiel das Anlaufen eines Postens mit Hilfe eines Absprungpunkts oder die Verlängerung der Lauflinie bis zum Posten.

Wir hatten auch kräftige Unterstützung durch die Aktiven Kaatje und Arvid W., die uns erzählt haben, wie sie sich motivieren Sport zu treiben und wie Trainingspläne ihnen geholfen haben konsequent im Training zu bleiben. Ihre Berichte waren Teil eines Vortrags über Motivationsstrategien im Wintertraining, da dies eine Jahreszeit ist, in der es vielen schwer fällt, den inneren ‚Schweinehund‘ zu besiegen, um draußen in der Kälte Laufen zu gehen. Dabei ist der Winter gleichzeitig die essenzielle Zeit, um fit für das nächste Jahr zu werden. Wie Basti immer sagt: „Im Winter werden die Läufer gemacht!“

Natürlich gibt es beim D-Kader auch immer eine Runde Trallafitti. Dieses Mal haben Arvid G. und Christoph für uns ‚das härteste Quiz der Welt‘ vorbereitet, mit vielen kniffeligen Fragen über Sport und Orientierungslauf. Außerdem konnten wir endlich die Frage klären, wie der perfekte Kakao zubereitet wird!

Damit sind wir auch schon am Ende unserer ersten Zusammenfassung vom D-Kader Lehrgang am 14 und 15. November 2020. Es war richtig schön so viele Aktive zu sehen und wir hoffen ihr konntet ein bisschen Inspiration fürs Wintertraining sammeln.

Cheers, euer Trainerteam

PS. Am 29.11 treffen wir uns wieder auf Jitsi für ein gemeinsames Zirkeltraining. Die perfekte Gelegenheit uns wieder zu treffen und gemeinsam mit dem D-Kader Sport zu machen, wenn ihr nicht beim Lehrgang dabei sein konntet.

JJLVK 26.-28.4.2019 in Bayern

Auf den Jugend- und Junioren Ländervergleichskampf (JJLVK), das wichtigste Jahresereignis für Deutschlands OL-Nachwuchs, freuen wir uns jedes Jahr.

Am Freitag kamen wir nach einer siebenstündigen Autofahrt in Nittenau in der Nähe von Regensburg an. Nach und nach erreichten auch die anderen Kadermitglieder unsere Unterkunft, eine Mittelschule, in welcher wir zwei Klassenzimmer zur Verfügung gestellt bekommen hatten. Am Abend unternahmen wir in der Nähe der schönen Unterkunft einen mehr oder weniger freiwilligen Nachtlauf, um uns für den morgigen Einzel-Wettkampf vorzubereiten.

Der Tag startete bereits um sechs Uhr. Nach dem Frühstück, welches aus trockenen Brötchen mit Käse bestand, fuhren wir zum Wettkampfzentrum im Bayerischen Vorwald nahe dem Ort Wald. Uns erwartete die D-16 Strecke mit 3,6 km und 180 Hm in der vielversprechenden Karte „Rock on the Rocks“. Das Gelände erwies sich, vor allem durch die vielen Felsen und Steine, als technisch sehr anspruchsvoll. Besonders im Postenkreis waren die Posten sehr gut versteckt, sodass man manchmal inmitten der vielen Felsen ein bisschen suchen musste. Beim Zielsprint wurde man dann umso stärker angefeuert, sodass die Stimmung, auch wenn der eine oder andere keinen optimalen Lauf hatte, nicht getrübt wurde. Am Ende schafften wir in der Gesamtwertung des Tages einen soliden vierten Platz. Die gute Atmosphäre blieb auch bei der Siegerehrung am Abend mit unserem Motto „Go Green“ erhalten und steigerte sich sogar noch während der abendlichen Feier mit allen Landesverbänden, denn Fahnenklau und andere Provokationen sorgen immer für eine großartige Stimmung.

Am Sonntag, dem Tag des Staffellaufs, ging es für uns schon um 5:30 Uhr los. Nach dem Frühstück machten wir uns auf dem Weg zum selben Wettkampfzentrum. Das Wetter war nicht besonders einladend und beim Lauf bekam man auch Graupelschauer ab. Auch diesmal war die Aufregung groß, denn wir hatten nur wenige Punkte Vorsprung von dem Landesverband Berlin. Westfalen gelang es diesmal fast alle Kategorien zu besetzen. Wir bildeten beispielsweise eine D15-18 Staffel mit Emma Caspari. Heute kamen wir mit dem ungewohnten Terrain besser klar, sodass wir zufrieden zur Siegerehrung gingen. Auch bei den anderen Staffeln gab es keine größeren Fehler. Dennoch konnte uns Berlin am Ende knapp überholen. Trotzdem sind wir mit dem fünften Platz sehr zufrieden, denn es haben einige zum ersten Mal beim JJLVK teilgenommen und einige westfälische Top-OL‘er, z.B. Colin Kolbe dürfen altersbedingt leider nicht mehr starten. Die drei besten Landesverbände Sachsen, Niedersachsen und Bayern sind aber derzeit leider kaum zu bezwingen.

Wir freuen uns jetzt schon auf den nächsten JJLVK. Mal sehen, wo er stattfindet.

Chiara & Lisa