Am vergangenen Wochenende wurde in NRW wieder ganz viel OL gemacht. Bei herrlichstem Sommerwetter richtete WOLF Haltern e.V. am Samstag die NRW Landesmeisterschaften im Sprint-OL aus. Auf der Karte „Schleusenpark Waltrop“ schickte Bahnleger Christian Harms die Teilnehmenden durch ein etwas außergewöhnlicheres Sprint-Gelände: in dem Park liegt nämlich das Schiffshebewerk Henrichenburg, welches früher den Verkehr auf dem Dortmund-Ems-Kanal regelte. Die Läufer*innen mussten zwischen den vielen Kanalabschnitten steile Böschungen hinauf klettern und genau darauf achten, welche Durchgänge offen waren. Auf der Zielwiese wurden anschließend hitzige Diskussionen über in nur eine Richtung belaufbare Drehkreuze und die dadurch erschwerten Routenwahlen geführt, die Mittagspause verbrachten die meisten dann im Schatten oder brutzelten in der Sonne.
Schiffshebewerk Henrichenburg
WKZ im Schleusenpark wenige Minuten vor dem Staffelstart
Um 13 Uhr ging es weiter mit der NRW-Vereinsstaffel. Die Zweierteams mussten nacheinander je eine Strecke entsprechend ihrer Alterskategorie auf der schon vom Morgen bekannten Karte ablaufen. Als die ersten Teams den Sichtposten stempelten, wurde es richtig spannend, denn die Läufer*innen, die auf der Schlussrunde als Führende in den einen Turm des Schiffshebewerks liefen, kamen nicht zwangsläufig als Führende aus dem zweiten Turm auf der anderen Seite wieder heraus. Der Schlüssel lag nämlich darin, die Postenbeschreibung genau zu lesen: Der anzulaufende Posten stand oben auf der Brücke zwischen den Türmen, wer also die Wendeltreppe nach unten gelaufen ist, hat ordentlich Zeit verloren, und die Führungsposition an die nachfolgenden Läufer*innen abgegeben. Am Ende konnten sich die Staffel Tus Lübbecke 3 mit Kirsten Kolbe und Dean Hagedorn vor den Staffeln OL Team Lippe 5 und den Vereinskollegen Tus Lübbecke 4 durchsetzen.
bei Posten 13 war die Postenbeschreibung entscheidend
Die Westfälische OL-Jugend fuhr am Nachmittag in einer Autokolonne zum gemeinsamen Camping nach Hohensyburg. Nach dem die Zelte standen, ging es, wie die OLer es am liebsten haben, durch Wald und über Zäune zur Ruhr. Das kühle Wasser war Balsam für den zuvor geholten Sonnenbrand und die müden Beine. Nach einer kurzen Dusche hieß es dann: fünf Stunden lang Nudeln kochen, gemütlich am Lagerfeuer sitzen und natürlich auch eine Runde Werwolf spielen.
Abkühlung in der Ruhr
Mini-Lagerfeuer
Zum krönenden Abschluss des Wochenendes fand Sonntag Vormittag endlich wieder der traditionsreiche 3-Stunden-OL statt. In Witten Hohenstein mussten die Teams, bestehend aus drei Läufer*innen, in drei Stunden möglichst viele der insgesamt 12 Bahnen absolvieren. Da die meisten schon die Sprints vom Vortag in den Beinen hatten, erweisten sich die recht steilen Hängen als Herausforderung, da aufgrund der kurzen Bahnlängen durchschnittlich ehr ein höheres Lauftempo angesagt war. Nach Verlängerung auf 3 ½ Stunden hat es das Team OLV Køpinnacken geschafft, alle Bahnen zu absolvieren, das Team Rothaarexpress landete mit 11 von 12 Bahnen auf Platz 2, und dahinter reiten sich dann mehrere Teams mit insgesamt 10 gelaufenen Bahnen ein. An dieser Stelle Danke an Arvid, Niklas und Janine, die durch Organisation und Bahnlegung den 3-Stunden-OL aus der Versenkung gezogen haben, es war ein großer Spaß !
Vergangenes Wochenende fanden in Detmold in der Nähe des Hermannsdenkmal gleich zwei westfälische Landesranglistenläufe statt. Bei tollem Läufer-Wetter (15 Grad, ein bisschen Sonne) richteten die Bielefelder Turngemeinde und die ASG Teutoburger Wald zusammen am Samstag, den 30.04., auf der Karte „Leistruper Wald“ den 2. LRL 2022 aus. Thomas Hohberg (ASG) übernahm die Wettkampfleitung, Emma und Volker Caspari (OL-Team Lippe) die Bahnlegung. Dabei stand das Bahnleger-Duo vor der Herausforderung das Beste aus einem Wald nach intensiven Forstarbeiten herauszuholen. Das ist den beiden auf jeden Fall gelungen, sodass eine verkürzte Langdistanz in einem klassischen westfälischen Mittelgebirgswald entstanden ist. Auf der Karte waren einige Sperrgebiete, welche die Läufer*innen vor zusätzliche Herausforderungen stellte. Man könnte ja meinen, dass diese in Kombination mit den Forstarbeiten einem den OL verhageln und der Austausch nach dem Lauf entsprechend knapp ausfällt. Aber weit gefehlt. Es wurde rege diskutiert, wie man sich am besten zwischen den Sperrgebieten hindurch orientiert.
Laubwald in frischem Grün
Kartenausschnitt
Gelände des 2. LRLs
Am Sonntag, den 01.05., richtete das OL-Team Lippe einen Doppelsprint in der Stadt Detmold aus. Die Wettkampfleitung übernahm dieses Mal Olaf Stölting. Lea Stölting und Volker Caspari legten abwechslungsreiche Sprintstrecken. Der erste Sprint auf der Karte „Werrebogen“ führte durch ein Schul- und Parkgelände. Vor allem der Schlussteil ließ die teilnehmenden OLer viele Haken schlagen und sorgte für intensiven Gegnerkontakt. Der zweite Sprint führte über die Karte „Detmold City“ und damit direkt durch das Zentrum der Stadt mit Fußgängerzonen, Restaurants, Wassergräben und dem fürstlichen Residenzschloss Detmold. Für eine Stunde war die Detmolder Innenstadt also durch sprintende OLer verschönert, die unseren Sport voll in Szene gesetzt haben. Für die Teilnehmenden war es ein schnelles Rennen mit einigen spannenden Routenwahlen sowie der Gelegenheit Detmold aus einer anderen Perspektive zu erleben.
Sprint 1
Sprint 2
Insgesamt gingen an diesem Wochenende ca. 100 Athlet*innen zwischen den Altersklassen D/H 10 und 85 an den Start, darunter auch internationale Läufer aus Kiew. Im WKZ, welches an beiden Tagen von Lukas Bersuck und Dieter Wehrhöfer-Bersuck (BTG) geleitet wurde, gab es für die Teilnehmer*innen den obligatorischen Läufertee, Kekse und Kuchen. Auch der Kinder-OL hatte seinen Platz und man konnte mithilfe von Tieren und Figuren den OL-Sport kennen lernen. Der D-Kader Westfalen hat dies zum Auslaufen und Gummibärchen essen genutzt.
der Westfälische D-Kader nach dem Lauf
Kinder-OL
Auslesen
Nach dem Lauf
Am 11.06.22 geht es dann weiter mit der westfälischen Landesmeisterschaft im Sprint, für welche dieses Wochenende eine tolle Vorbereitung war!
Mit großer Bestürzung erfuhren die Bottroper Orientierungsläufer am Mittwochmorgen -23.3.2022- vom tragischen Unfalltod ihres erfolgreichsten Athleten, Alexander Lubina.
Als schon erfolgreicher Leichtathlet der Abteilung Leichtathletik von DJK Adler 07 Bottrop (im damaligen Schülerbereich) war er 1991 über Mutter und Bruder und in Absprache mit seinem Lauftrainer Peter Rönnspieß zusätzlich zur Abteilung Orientierungslauf von DJK Adler 07 Bottrop gestoßen.
Schnell hatte er in den Bottroper Trainingsgebieten (Köllnischer Wald und Kirchheller Heide) die Grundtechniken im OL erlernt. Schon 1993 holte er mit zwei Bottroper Teamkollegen die ersten beiden DM-Titel (Mannschaft und Staffel H-14). Ihnen folgten etliche weitere Deutsche Meistertitel, sowohl im Jugendbereich als auch in der Haupt-(Elite)klasse. In zahlreichen Staffelrennen stellte er sich in den Dienst der Mannschaft.
Nach seinen Teilnahmen bei den Juniorenweltmeisterschaften 1997 in Belgien und 1999 in Bulgarien wurde er international bekannt durch seinen 3. Platz bei der Park World Tour-Etappe 2000 in Shanghai (China). Es folgten Weltmeisterschaftsteilnahmen in Portugal (2001 Militär-WM), sowie der Schweiz (2003 und 2012), in Tschechien (2008) und Ungarn (2009).
Auch nach Beendigung seiner aktiven Zeit als Leichtathlet des TV Wattenscheid im Jahre 2008 blieb er dem Orientierungslauf (OL) treu, u. a. als Organisator und Bahnleger von OL-
Wettbewerben, sowie als Referent und als Trainer auf Bundesebene. Sein größter Erfolg als Trainer war der Gewinn des Juniorenweltmeistertitels in der Sprintdisziplin durch den von ihm betreuten Dortmunder Athleten Colin Kolbe im Jahre 2018 in Ungarn.
Alexander hat viele Jahre den Orientierungslauf in Bottrop mit geprägt.
Seine Begeisterung und seine Erfolge motivierten den Nachwuchs der Abteilung. Er wird unvergessen bleiben.
Unseren Abschiedsschmerz teilen wir mit seiner Partnerin Sabine, seinem Sohn Tio und seinen Geschwistern Katja und Felix.
Die Orientierungsläuferinnen und Orientierungsläufer von DJK Adler 07 Bottrop
2011 Startläufer in der Jukolastaffel in Finnland
2014 Konkurrenten in der H35: Alexander Lubina und Ingo Horst
Wieder ein Kaderlehrgang vorbei, also wieder Zeit für einen Bericht und ein paar Bilder von unserem gemeinsamen Wochenende. Dieses Mal waren wir im Raum Bottrop unterwegs und haben insgesamt sechs Einheiten gemacht.
Den Auftakt machte ein Nacht-Score-OL durch den Ortskern von Schermbeck mit Start an unserer Unterkunft, der Jugendfreizeitstätte Gahlen. Es war schon bitter kalt, aber wir haben es durchgezogen und einen guten Einstieg ins Wochenende gehabt.
die Jugendfreizeitstätte Gahlen: wurde die Westfalenstube extra für uns eingerichtet?
Normalerweise sind die Frühlingslehrgänge für Kadertaufen bestimmt, aber da wir den Jahrgang 2000 durch die Pandemie ein Jahr länger im Kader behalten haben, stand an diesem Wochenende ein richtig großer Abschied an: Witti, Kaatje, Erik, Luca und aus der Ferne auch Lea sind leider zu alt für den Kader. Wir hatten eine richtig tolle Zeit mit euch und sind echt happy, dass wir euch so lange bei eurer OL-Entwicklung begleiten durften. Wir sehen uns hoffentlich ganz bald wieder, vielleicht beim nächsten LRL oder beim Goldenen M in Dinslaken. In D-Kader Tradition gab es gab es eine ordentliche Verabschiedung: die Aktiven haben Geschenke besorgt und sich zwei Spiele ausgedacht, um den Abend zu füllen. Eigentlich müsste man dies im Detail erzählen, aber wie immer, kann man kaum im Worte fassen, was man Freitag zu sehen bekommen hat. Nur so viel: Luca the Legend kann uns einen goldenen USB Stick verkaufen und irgendwie haben Lisa, Kaatje und Arvid G. dieselben Körperproportionen.
Verabschiedung: der eine oder andere Ehemalige kann sicher erraten, um welche Aufgabe es sich hier handelt
Am Samstag ging es direkt nach Bottrop zum 3000er. Wir haben lange keinen mehr gemeinsam gemacht und konnten so nochmal die aktuellen Zeiten auf der Bahn einschätzen. Ein weiteres Highlight war der Go 4 O direkt im Anschluss. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an Tobias und Barbara für die Organisation. Wir hatten viel Spaß und haben wieder gesehen, dass man auch auf wenig Raum ein gutes Training absolvieren kann. Anschließend (oh ja wir können drei Trainings innerhalb von drei Stunden abreißen, wenn wir wollen) gab es noch eine Sprint-Staffel im angrenzenden Stadtpark. Gewinner waren Luca und Benno vor Lola und Finn T. Nach einer kleinen Aufwärmpause in der Unterkunft ging es weiter zum Technik-Training. Christoph hat sich etwas ganz Besonderes für uns ausgedacht: ein OL mit reduzierter Karte, der auf der Strecke einen bzw. für die lange Bahn zwei Mikro-OL beinhaltet. Ideal für das Trainieren der Feinorientierung und sehr anspruchsvoll; unsere Trainer Düse und Basti sind beim Hängen schon an ihre o-technischen Grenzen gestoßen, und das soll schon was heißen. Es war so schwer, dass ihnen dabei SI-Station Nr. 34 abhandengekommen ist, aber zum Glück hat Natalia sie auf ihrer Route entdeckt. Außerdem konnten die Aktiven bei dieser Einheit das sichere Orientieren mit Kompass üben. Abends gab es nach einer Runde Spätzle eine kurze Besprechung des Tages und dann wie immer Tralafitti. Dabei durften unsere Lieblingsspiele Zeitungsschlagen, Zuzwinkern und Werwolf natürlich nicht fehlen. Luca hat uns gezeigt wie ein Tornado aussieht und wo er enden kann, die Jungs aus Zimmer 2 lassen grüßen.
Go 4 O mit buntem Durcheinander
Für einige war es noch eine lange Nacht, dementsprechend ruhig war es beim Frühstück am Sonntag. Als Abschluss haben wir im Köllnischen Wald eine Langdistanz absolviert. Der Wald ist super flach und schnell, sodass alle sich noch einmal ordentlich auspowern konnten bevor es zurück nach Hause ging. An dieser Stelle Danke an Christian Harms, der uns beim Auto-Tetris und Postenhängen am Sonntag unterstützt hat.
Köllnischer Wald
Als Erkenntnis dieses Kaderlehrgangs nehmen wir abschließend noch mit, dass die folgenden drei Dinge uns jedes Mal wieder begleiten: Wir halten unseren Zeitplan nicht ein, irgendjemand redet mit Basti viel zu lange über Tesla und irgendwie haben wir nie genug Milchbrötchen, obwohl wir zwischen Bonn und Bielefeld schon jeden Supermarkt um seinen Bestand gebracht haben.
Es war wie immer super schön mit euch und wir freuen uns darauf euch beim nächsten LRL am 30. April 2022 wieder zu sehen. Meldet euch bei Till und Christoph, wenn ihr Lust habt und in D/H16 oder höher startet, im Juli an Etappen des 5-Tage-OLs in Uslar teilzunehmen.
Bei herrlichstem Frühlingswetter startete in NRW am Sonntag, den 20. März, die Orientierungslauf-Saison 2022: der TuS Lübbecke richtete mit dem Lübbecker Frühlings-OL gleichzeitig auch den 1. Landesranglistenlauf des Jahres aus. Gelaufen wurde auf der Karte „Horsts Höhe-West“/ „Obernfelde“ in der Nähe des Stadtzentrums Lübbecke.
Die Wettkampfleitung übernahmen Christoph und Klaus Prunsche, der mit Kerstin Kahmann zusammen auch für die Bahnkontrolle zuständig war. Für das SI-Kontrollsystem waren Till Kleine und Christian Duesmann verantwortlich.
Bahnleger Christoph Prunsche schickte die Läufer über eine abwechslungsreiche Langdistanz durch einen klassischen Mittelgebirgswald mit ausgeprägtem Wegenetz, steilen Hängen und detailreichen Geländeabschnitten, in denen besonders die Feinorientierung gefordert wurde, um z.B. die zahlreichen Senken und Gräben auseinander zu halten und einzelne Ilex genau anlaufen zu können. Die für eine Langdistanz charakteristischen langen Postenverbindungen prüften Routenwahl und das physische Fitness-Level. Leider waren große Teile des Waldgebietes durch Forstarbeiten als Folge der Februarstürme nur schwer belaufbar, sodass die ursprünglich geplanten Strecken kurzfristig in Richtung Nord-Westen der Karte verlegt werden mussten und dadurch die Gestaltungsmöglichkeiten eingeschränkt wurden. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Christoph und alle anderen Beteiligten, die uns trotz erschwerter Bedingungen einen interessanten OL ermöglicht haben!
Insgesamt nahmen knapp 70 Läufer teil, darunter auch einige niedersächsische Orientierungsläufer, für die das Wiehengebirge nicht weit entfernt ist. Sie verteilten sich auf 8 Bahnen zwischen 1,8 und 8,1 km. Im Ziel angekommen gab es den obligatorischen OLer-/ Krümel-Tee, frischgebackene Waffeln und belegte Brötchen.
WKZ: Pläuschchen nach dem Lauf
Zusammengefasst ein gelungener Saison-Auftakt, dem dann am 30. April in Detmold der nächste LRL folgt!
schon wieder ein Lehrgang vorbei u. manchmal weiß man gar nicht, worüber man als erstes berichten soll. Es ist in 12 Stunden kondensiert so viel passiert wie normalerweise in 36 Stunden. Also wo beginnt man? Beim guten Wetter, der guten Stimmung, dem guten Hintergrundchaos?
Vielleicht lohnt es sich ein paar Wochen vorher einzusteigen: geplant war ein komplettes Wochenende in der Oerlinghauser Senne mit Unterkunft im Vereinsheim der ASG Teutoburger Wald. Da die pandemische Lage auch in diesem Winter wieder dynamischer geworden ist, mussten wir unsere Planungen leider kurzfristig anpassen. Für uns ist das genauso enttäuschend wie für die Aktiven. Wir planen diese Wochenenden schließlich so, dass wir nicht nur Spaß haben, sondern auch nochmal einen Input für das Wintertraining mitgeben können, denn um da einen gewissen Trainer aus dem Ruhrgebiet zu zitieren:“ Im Winter werden die Läufer gemacht.“ Ziel war es also so viel wie möglich aus unserem Ursprungsplan in 12h stattfinden zu lassen und das möglichst mit guter Stimmung und Zeit zum Quatschen.
Wir trafen uns also am Samstagvormittag am Flugplatz in Oerlinghausen, und starteten mit einem Kalender-Abreiss-OL. Ein Klassiker: Auf einer Score-OL Karte hängen an den Posten kleine selbstgebastelte Kalender zum Abreißen. Nach dem Massenstart muss jeder Läufer und jede Läuferin versuchen so viele Posten wie möglich in einer vorgegebenen Zeit abzulaufen und bei jedem Posten die höchste, noch vorhandene Zahl des Kalenders abzureißen. Wer am meisten Punkte hat gewinnt. Diese Trainingsform ist super geeignet, um unter Zeitdruck und Gegnerkontakt eine möglichst gute Streckenplanung zu üben. Der Kniff dabei ist, einzuschätzen an welchen Posten man realistisch noch hohe Punktzahlen vorfindet und wie viele Posten man mit dem individuellen Fitnesslevel überhaupt einplanen kann. So viel zur Theorie aber die Realität sieht dann doch nochmal etwas anders aus, denn hier spielt das schon erwähnte Hintergrundchaos eine Rolle: da das Trainer:innen-Team an diesem Samstag ohne die Planungstalente Basti und Gisi auskommen mussten, lief entsprechend viel am Leben vorbei. Dazu gehört auch der Punkt, dass jemand nicht genug Kalenderblätter gebastelt hat (statt 25 Kalendern mit je 15 Blättern nur 15 Kalender mit 25 Blättern). Liegt bestimmt an der Luft in Südhessen. Aus unserem Kalender-Abreiss-OL wurde dann kurzer Hand ein Kalender-Abreiss/fehlende Posten-OL, bei dem die Athleten nicht wussten, an welchen Posten sie nun tatsächlich Punkte kriegen können. Das führte bei den Älteren teilweise zu Frustration, weil gerade bei weitentfernten Posten nicht immer Punkte mitgenommen werden konnten. Manche Aktive haben sich dafür unterwegs über die Standorte der Kalender-Posten ausgetauscht und konnten so effizient die Posten anlaufen, an denen es was zu holen gab. Im Endeffekt hatten so auch die Jüngeren eine Chance, vergleichsweise viele Punkte zu ergattern.
Danach ging es zur Mittagspause ins ASG-Heim nach Schloß Holte-Stukenbrock. Hier ging das Hintergundchaos dann weiter. Eure Trainer:innen hatten keine Stifte dabei. Stifte! Wir brauchen ständig Stifte. Ohne Emmas Stiftebox hätten wir für 22 Menschen einen blauen Fineliner von Basti gehabt. Aufgabe fürs neue Jahr: Jeder Trainer und jede Trainerin kauft sich einen Kuli, der direkt in die OL-Box zum Kompass gepackt wird. Am Ende des Tages bei der Auswertung der Trainings, ist uns aufgefallen, dass Gisi in die Tasche des Beamers auch ein paar Stifte gesteckt hat. Er kennt halt seine Pappenheimer. Dinge, die wir noch vergessen haben, weil wir damit beschäftigt waren schöne Trainings zu planen: Geschirrtücher und Spüli. Zum Glück war in der Nähe ein Supermarkt und wir konnten das schnell und vergleichsweise unauffällig beheben.
Nach einer Runde Nudeln und Müsliriegel für alle war es Zeit für das Nachmittagstraining direkt auf dem Gelände der ASG. Geplant war ein Nacht-OL, aber wir haben es spontan in eine Sprint-Einheit bei Tag umgewandelt, um anschließend noch Zeit für Technik-Training und Besprechung zu haben.
Bei unserer Technik-Einheit wurde das Wissen rund um die Postenbeschreibung getestet. Diese ist nämlich nicht nur dafür da, um die Code Nummer zu kontrollieren, sondern sie beschreibt euch sehr präzise nach welchem Objekt ihr sucht und in welcher Lage es sich befindet. Dazu hat Arvid G. ein Monster-Kahoot mit 40 Fragen aufgesetzt. Internet war lost, aber trotzdem konnten wir alle Fragen einmal durchgehen. Das Thema Objekte auf Karten und Postenbeschreibungen verstehen, wird uns diesen Winter noch öfters beschäftigen.
Anschließend haben wir aufgeräumt, ein Treppen-Gruppenbild gemacht und die Kampfsau vergeben. Emma und Helene teilen sich bis zum Frühlingslehrgang den Titel. An dieser Stelle Danke an Felix für das Old-School-Westfalen-Polo als neues Kampfsau-Trikot. Kaatje war damit die bestangezogene OLerin des Wochenendes.
Ein großes Dankeschön geht auch an Peter Gehrmann. Er hat uns die Karte am Flugplatz in Oerlinghausen sogar extra nochmal überarbeitet. Und vielen Dank geht an Brigitte, die uns noch mit Kartenhüllen und einer Thermounterlage für den Pullihaufen am Start versorgt hat, und alle Eltern, die ihre Kinder gebracht haben. Das ist immer eine tolle Unterstützung für uns.
Wie immer hat uns auch die verkürzte Version des Lehrgangs sehr viel Spaß gemacht und wir hoffen, dass ihr alle motiviert in das Wintertraining starten könnt. Passend dazu geht auch unsere Stabi-Trainingsserie in die zweite Auflage: erster Termin ist am 19.12.2021 auf Jitsi, Infos und Einwahllink folgen noch. Das nächste größere Event wird dann der Frühjahrlehrgang Anfang April im Ruhrgebiet sein.
Wir haben gezittert und gebangt, am Ende hat sich das Daumen drücken gelohnt: der diesjährige JJLVK fand statt! Ausrichter Brandenburg hat sich für ein kleines Waldgebiet in der Gemeinde Michendorf in der Nähe von Potsdam entschieden. Wenige Höhenmeter, freier Untergrund und viele Posten auf engem Raum. Es galt also vor allem sich bei hohem Lauftempo durch den großen Gegnerkontakt nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Und das vor weg: wir Trainerinnen und Trainer haben uns richtig gefreut, wie toll unsere Athletinnen und Athleten das gemeistert haben!
das Wettkampfgelände: offener, schneller Wald
Am Freitag, den 17.09., ging es für uns alle schon sehr früh auf die Reise, da Brandenburg doch ein Stückchen weiter weg liegt, vor allem für die Rheinländer. Trotz langer Fahrt, vollen Straßen und stockendem Verkehr kamen wir alle gut in Werder an. Hier wurden vom KiEZ Inselparadies Petzow e.V. für alle Landesverbände Mehrbettzimmer und Verpflegung für das Wochenende zur Verfügung gestellt. Nach dem Zimmer beziehen und einer kurzen Begrüßung gings für den Westfalenkader auf eine kleine abendliche Laufrunde mit Düse und Till. Währenddessen gab es bei der Trainerbesprechung nochmal letzte Infos über Ablauf und Gelände des Wettkampfgebietes, die für die Athletinnen und Athleten wichtig sein könnten. Eine Besonderheit dieses Jahr war z.B. der Vielloup für die Altersklassen D/H 16-20 aufgrund des im Vergleich zu anderen Jahren sehr kleinen Wettkampfgebietes. Nach dem alle Fragen und Unsicherheiten geklärt waren, ging es für uns alle auch schon direkt ins Bett, um am kommenden Tag fit für den Einzellauf zu sein.
WKZ
Der Samstag brach an mit einer erwartungsvoll gespannten, aber auch gut gelaunten Stimmung. Nach dem Frühstück herrschte das übliche Gewusel, aber wir konnten pünktlich die 30-minütige Fahrt nach Michendorf antreten. Am WKZ angekommen haben sich alle Aktiven unter dem großen Westfalenbanner versammelt, um der Tradition folgend mit lauten Schlachtrufen über die Zielwiese einzulaufen, damit alle (auch die H-16er aus dem Süden) mitbekommen, dass Westfalen auch dieses Jahr wieder mit vollem Einsatz dabei sein wird. Neben guten Ergebnissen ist schließlich auch ein Ziel möglichst heiser nach Hause zu fahren. Denn nur wer brüllt, gewinnt. Erfreulicher Weise konnten wir bis auf die D14 jede Klasse gut besetzen, sodass wir zuversichtlich in den Wettkampf gestartet sind. Nullzeit war um 10.00 Uhr. Der erste Westfale startete 10.14 Uhr. Natalie und Till haben unsere Athletinnen und Athleten am Start betreut, Arvid und Düse pendelten zw. WKZ und Start, um vor allem die jüngeren Athletinnen und Athleten zu begleiten, und Inga und Basti blieben auf der Zielwiese und haben mit den übrigen Athletinnen und Athleten das Team fleißig angefeuert. Die meisten hatten gute Läufe, Kaatje und Emma belegten in ihren Kategorien D20 und D18 sogar jeweils die 2. Plätze! Um 13.30 Uhr ging es dann weiter mit dem Betreuerlauf und gegen 15 Uhr dann wieder zurück zur Unterkunft. Frisch geduscht und mit vollen Bäuchen freuten sich alle auf die Siegerehrung der Einzelläufe. Natürlich wurde hier zu Beginn das diesjährige Motto „Olympia“ von unseren Westfalenhelden präsentiert: mit Skiern, Fechtdegen, Taucherbrillen, Golfschlägern und lautem „GEBT MIR EIN W…“ haben die Aktiven die ganze Bandbreite des Sports gezeigt, die wir OLer bei einem langen Wettkampfwochenende gerne mal vergessen. Als dann der Zwischenstand für die Gesamtplatzierung der Landesverbände bekannt gegeben wurde, stieg die Spannung spürbar an. Konnten wir eine ähnlich gute Leistung wie 2019 aufrechterhalten? Aber sowas von! Denn in der Jugendwertung landeten wir auf Platz 5 und in der Juniorenwertung auf Platz 10, sodass wir am Ende des 1. Tages in der Gesamtwertung auf einem soliden 7. Platz landeten. Das wurde natürlich gefeiert! Auch unter Coronabedingungen konnte eine JLVK-Party stattfinden und wir hatten den Eindruck, dass auf der Tanzfläche die Stimmung erst richtig aufkam als unsere Westfalen dazukamen und den anderen Landesverbänden gezeigt haben, wie man richtig feiert. Auch so ein Talent, was neben dem richtigen Anfeuern von Generation zu Generation weitergereicht wird. Für unsere D/H12 und Jünger ging es dann schon um 10Uhr ins Bett, aber auch der Rest folgte bald, denn am nächsten Morgen hieß es: 5.30Uhr Frühstück! Vielleicht eine der härtesten Sachen beim JLVK: Frühstückszeiten.
Sonntag Morgen war das Aufstehen wie zu erwarten sehr schwer. Nach dem Frühstück mussten alle Sachen wieder zusammengepackt und in den Autos verstaut werden und erstaunlicher Weise waren wir dann so ziemlich der erste Landesverband auf der Zielwiese. Das ist uns auch noch nie passiert! Vielleicht ein gutes Omen für den Staffelwettbewerb. Wir sind zwar nicht der größte Landesverband, aber wir konnten jede Kategorie mit einer Staffel besetzen. Doch zunächst war um 8.30Uhr Massenstart für den Score-OL der Betreuerinnen und Betreuer. Unsere time to shine und wie immer ausgerüstet mit ein paar schicken Accessoires des Kader-Mottos. Das Schwert nutze Till um sich einen schnellen Weg durchs Gebüsch zu schlagen und Arvids „Zielsprint“ auf dem Skateboard geht sicherlich als schnellster in die Geschichte ein. Um 9.30Uhr war Massenstart für die Kategorien D/H 16-20, und um 9.45Uhr folgten dann die Startläuferinnen und Startläufer der Kategorien D/H12-14. Für uns ging es gut los: Unsere Start-Läuferinnen und Start-Läufer haben so gut wie keine Fehler gemacht und konnten so den großen Favoriten aus Bayern, Niedersachsen und Sachsen dicht auf den Fersen bleiben. Als dann Hugo als zweiter Läufer auf seiner H-14 Bahn als 4er ins Ziel kam, wurde es richtig bunt, denn auch unsere D-12- und H-18-Staffeln hatten Chancen auf die Treppchen-Platzierungen! Für uns Trainerinnen und Trainer nimmt dann die Aufregung so langsam die Überhand, denn wie schön ist es, wenn eure Trainings mit guten Platzierungen belohnt werden? Alle Westfalen wurde lautstark angefeuert, und für Erik wurde sogar ein ganz persönlicher Schlachtruf angestimmt (auch wenn er auf seinen Lauf fokussiert war, musste er auf der Sichtstrecke bei „Eerik Lindemann-Lindemann-Eerik“ ein wenig schmunzeln und es wird jetzt hier im Text die Melodie und Betonung nicht so klar, aber das ist ein richtiger Ohrwurm-Hit). Weitere Schlagertitel nehmen wir für die Zukunft gerne auf. Als Sönke und Alva als dritte Läufer auf ihren Strecken H-14 und D-12 jeweils als 3- Platzierte ins Ziel kamen, war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Die letzte Entscheidung stand in der H-18 an, auf der unser dritter Läufer Arvid als 2.Platzierter ins Rennen ging. Tatsächlich lag er auf der Sichtstrecke knapp 20 Sekunden vor dem bis dahin führenden Sachsen. Die Anspannung auf der Zielwiese konnte man förmlich spüren. Wir wollten unbedingt diesen Sieg! Alle standen also am Flatterband und haben versucht Arvid als erstes aus dem Wald kommen zu sehen. Als er dann als erstes den letzten Posten stempelte war kein Halten mehr und wir haben uns riesig über den 1. Platz in der H-18 gefreut! Aber nicht nur diese drei Staffeln hatten einen guten Lauf; all unsere Athletinnen und Athleten haben gekämpft und wir sind richtig stolz auf euch!
Jetzt stand nur noch ein Punkt auf der Tagesordnung: die Staffel-Siegerehrung und die Gesamt-Wertung. Da all unsere Läufer an diesem Tag starke Läufe hatten, belegten wir in der Jugend-Staffel-Wertung einen sensationellen 3. Platz! Unsere Junioren erreichten den 10. Platz, sodass wir es am Ende tatsächlich wieder auf einen tollen 5. Platz in der Gesamtwertung geschafft haben.
An dieser Stelle nochmal herzlichen Glückwunsch an alle Aktiven, und Danke dass ihr alle so kräftig angefeuert und mitgefiebert habt. Wir Trainerinnen und Trainer hatten unglaublich viel Spaß und hoffen, dass es euch ganz genauso ergangen ist. Wie immer ging der JJLVK viel zu schnell vorbei und es blieb uns nur die lange Rückfahrt. Aber wir freuen uns schon wieder auf den JJLVK 2022 und natürlich auf den kommenden Herbstlehrgang vom 3.-5.12.21.